Neoliberalismus
Neoliberalismus sollte lieber Neokapitalismus genannt werden, dann wird es einigen Leuten vielleicht klarer, wo der Hase hinläuft.
Liberalismus hat nämlich nichts mit Freiheit zu tun, außer mit der, dass manche Wenige so frei sind, sich auf Kosten Vieler grenzenlos zu bereichern, während diese Vielen immer mehr ihrer Freiheit beraubt werden (und natürlich vom Geld)!
Neoliberalismus verstehen
Begriffsgeschichte:
Um eine tiefere Erkenntnis über die Entstehung des Begriffes "Neoliberalismus" zu erhalten, soll hier versucht werden, die Geschichte des Begriffes darzustellen.
Liberal an sich, bezeichneten sich Menschen (meist Unternehmer und Politiker) um erstmals 1930 herum. Liberalismus bedeutete bis dahin, dass sich eine Markwirtschaft entwickeln darf, ohne die Einmischung des Staates. Die Freiheit des Marktes sozusagen, sollte gewährleistet werden. Die Idee des propagierten Liberalismus hat seine Wurzeln im Laissez-faire-Liberalismus des 19. Jahrhunderts. Dieser wiederum stand für den Gedanken, dass die Markwirtschaft eher den natürlichen Gesetzen folgt. Das heißt im Grunde, dass der Stärkere gewinnt. Markige Sprüche der damaligen Zeit waren unter anderem diese, dass man die Armen nicht unterstützen sollte, da die sich noch mehr vermehren würden, nein man solle sie lieber ihrem Schicksal überlassen, um sie somit loszuwerden. Nach einer Zeit des europäischen Totalitarismus, die vor allem durch die noch nicht überstandene Weltwirtschaftskrise 1928-1930 geprägt war (noch vor dem dem II Weltkrieg), erinnerte man sich der Ideen des Liberalismus, und man begann nach einem Weg zu suchen, der der Wirtschaft genügend Freiheit verschaffen würde, ohne die negativen Konsequenzen des Laissez-faire-Liberalismus mitzutragen (Verarmung des Volkes bis hin zum wirtschaftlichen Zusammenbruch eines Volkes). Man hatte nämlich aus der Geschichte lernen müssen, dass es ganz und gar nicht sinnvoll ist, wenn der Staat die Wirtschaft völlig unkontrolliert und ohne Regeln schalten und walten lässt. Der Raubtierkapitalismus wendet sich am Ende gegen seine Nutznießer, so dass auch die Reichen schlussendlich durch Verluste zu leiden haben. Somit versuchte man sich in der Kreation des Begriffes Neoliberalismus: "Neoliberale Vordenker sahen die Gefahr, dass ein ungeregelter Markt dazu tendieren kann, durch die Bildung von Monopolen den Wettbewerb aufzuheben, und dadurch seine eigene Grundlage zu zerstören. Markt ist nach Auffassung des Neoliberalismus daher nicht naturwüchsig, sondern muss durch den Staat gewährleistet werden.(Zitat Wikipedia) Im September 1932 erläuterte Alexander Rüstow auf einer Tagung des Vereins für Socialpolitik das neue liberale Credo: „Der neue Liberalismus jedenfalls, der heute vertretbar ist, und den ich mit meinen Freunden vertrete, fordert einen starken Staat, einen Staat oberhalb der Wirtschaft, oberhalb der Interessenten, da, wo er hingehört. Und mit diesem Bekenntnis zum starken Staat im Interesse liberaler Wirtschaftspolitik und zu liberaler Wirtschaftspolitik im Interesse eines starken Staates – denn das bedingt sich gegenseitig, mit diesem Bekenntnis lassen Sie mich schließen.“
In dieser Zeit, wohl auch mit diesem Hintergrund entstanden die totalitären Systeme und das Ende des Liedes kennen wir. Dennoch, erst heute ist der Neoliberalismus, dessen Grundidee in der dunklen Zeit europäischer Geschichte seine Wurzeln hat, ein Schlagwort der heutigen Zeit geworden. Das Wirtschaftswunder hat in ihm seine Basis, doch scheint ein wichtiger Punkt mal wieder aus dem Blick geraten zu sein: Die Kontrolle der Wirtschaft nämlich!
Theorie und Praxis, oder wie eine gute Idee mal wieder missbraucht wird.
Das obere Bekenntnis von Alexander Rüstow also liest sich eigentlich richtig gut, aber mit einem starken Staat und dessen Funktion und gesetzlicher Mithilfe ist heute anderes gemeint, als es sich oben anhört. Die Idee ist also gut, die Praxis sieht anders aus.
Der Staat regelt im Grunde anfangs ziemlich machtvoll all das, was die Wirtschaft braucht um eine immer freiere Hand zu bekommen, und macht sich dabei lächerlich machtlos und abhängig, wie man es seit einigen Jahren beobachten konnte.
Herausgekommen ist eine Politik, die sich gegen die arbeitende Bevölkerung stellte, indem sie dem Gezeter der Unternehmer, die mit Entlassungen und Standortwechsel drohten, nachgaben. Somit wurden nicht nur die Rechte der Bevölkerung beschnitten (Hartz IV, Leiharbeit, 1 Eurojobs, Niedrigstlöhne unter dem Existenzminimum etc), sondern die Wirtschaft in ihrer Gier wurde soweit unterstützt, dass der natürliche Ablauf, der ja schon in den vorhergegangenen Witschaftskrisen zu erkennen war, angeschubst wurde. Dieses Ende vom Lied kennen wir noch nicht, denn wir befinden uns gerade im Beginn (der schleichende Prozess war länsgt schon zu sehen, aber jetzt ist es nicht mehr zu beschönigen) einer Weltwirtschaftskrise, die durch die sogenannte Finanzkrise, die nichts anderes als durch fehlende Kontrolle der Regierung erst entstehen konnte, angeblich verursacht wurde.
Es ist aber heute das gleiche schmerzliche Lied, dass die Menschen damals in den Frühanfängen des Kapitalismus und in der Weltwirtschaftskrise gesungen bekamen. Heute, in einer noch globaleren Welt und durch die hochentwickelte Technik (auch Rüstung), wird die Melodie die gleiche sein, aber mit montröseren Tönen, gewaltiger als damals....eben XXL...dem Zeitgeist entsprechend.
Der Neoliberalismus hat nicht vor der Ausbeutung der dritten Welt und seiner Ressoursen halt gemacht, nein, es hat jedes Land angefangen die eigenen Ressourcen, nämlich seine Mitbürger, auszubeuten. Ein Heer von Bürgern, die mit Billigjobs von Hartz IV abhängig sind, trotz Vollbeschäftigung am Existenzminimum (welches uns von den Reichen errechnet wurde, zum Leben aber nicht reicht, zum konsumieren aber auch nicht mehr) nagen, die ihre Kinder ab dem ersten Lebensjahr in KITAS unterbringen müssen, die am Rande der psychischen Kräfte abends von den Medien total abhängig gemacht und verblödet werden, so dass sie ihre Kinder im wahrsten Sinne verwahrlosen lassen, sozial am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Kinder und deren arbeitslose Eltern kriegen die Last noch viel schlimmer zu spüren. Im Grunde macht das Volk mit seinen Kindern, was die Wirtschaft und Regierungen mit ihren Bürgern / Konsumenten macht, es ist nur ein Spiegel. Es gibt ARMUT in Deutschland, Bildungsarmut, Hunger, Kleiderarmut, Verwahrlosung und ansteigende Gewalt innerhalb der Familien.
Dies sind keine Verschwörungstheorien oder Panikmache, jeder der es nicht glaubt, sollte in die Schulen (vor allem Haupt- und Sonderschulen, egal ob in der Großstadt oder auf dem Dorf), in die Kindergärten, auf die Spielplätze gehen und die Kinder mal fragen!
Es geht eben nicht mehr nur darum sich für Dritte Weltländer zu engagieren, sondern es betrifft uns alle, weil es bei uns angekommen ist. In einem Land, in dem Tafeln aus dem Boden schießen, in dem Schulen warme Mahlzeiten verteilen, weil die Kids zu Hause nicht genug zu essen kriegen, in dem sich Bankvorstände ungestraft trauen von "totem Humankaptital" zu sprechen, wenn sie Arbeitslose meinen (also die, die nicht mal mehr konsumieren können, deswegen also schon als tot benannt werden) ist die Krise schon lange angekommen!
Auch hier ist wieder die Überforderung einhergehend mit gefühlter Ohnmacht allerorts zu spüren, das Land, die Leute, sind deppressiv, und das Muster der Depression ist es ja gerade, sich erst einmal wehrlos zu fühlen. Man nannte die Zeit der großen Weltwirtschaftskrise auch Rezession oder eben DEPRESSION! Schaut euch die Talkshows, die Gerichtsvollzieher-Sendungen an, schaut den Leuten, den Kids der Super Nanny Serien ins Gesicht! Diese Gesichter sehen abgehärmt oder aufgeschwämmt aus, so wie wir Gesichter aus Ländern totalitärer, depressiver Systeme kennen, traumatisiert und abgestumpft. Gesichter der Armut!
Das politische und wirtschaftliche System, der Raubtierkapitalismus oder Turbokapitalismus bricht zusammen. Dies ist eine gefährliche Situation, da sich schnell wieder Führer, Seperatisten und Kriegstreiber hervortun und in Massen Anhänger finden (siehe in Österreich haben fast 30% rechts gewählt!!! ).
Wehret den Anfängen!
Hallo totes oder gerade noch lebendiges Humankapital! Wir brauchen uns, und die Reichen und Mächtigen brauchen uns noch viel mehr! Das ist unsere, und jedes Einzelnen Macht! Macht nicht mehr mit!
Autor: Konsumensch
